Eine Voraussetzung für das Auftreten diverser, in der Behavioral Finance diskutierten Effekte, ist die Ausgangssituation, in der wir als Anleger vor einer finanziellen Entscheidung stehen. Wir möchten unser Vermögen mehren und müssen dazu unterschiedliche Entscheidungen treffen:
- wieviel Kapital
- welches Risiko und welche erwartete Rendite
- in welchem Markt
- mit welchem Instrument
- selbst oder mit Hilfe eines Beraters (vgl. auch Beitrag vom 10.02.08)
- kurz oder langfristig
- mit dem Ziel eines Einkommens oder für die Rente
- Aktie A oder B
- Kaufen, Verkaufen oder Halten
- u. v. m.
Es muss ein bewusster Entscheidungsprozess ablaufen, der ein konkretes Handeln nach sich zieht. Voraussetzung hierfür ist, dass das Objekt der Entscheidung eine hohe Bedeutung für uns hat, da wir uns ansonsten nicht intensiv mit dem Sachverhalt beschäftigen (Rommelfanger et. al., 1998).
Ziel einer solchen Entscheidung ist es, den gegenwärtign Zustand zu verändern. Das klingt recht theoretisch und ist es vielleicht auch, aber der Bezug zur Praxis ist folgender:
Das intensive Beschäftigen mit einer für uns wichtigen Entscheidung veranlasst uns zur Analyse der für uns wichtigen Einflussfaktoren. Es findet eine Informationsaufnahme und -verarbeitung statt. An dieser Stelle treten die ersten Probleme auf, denn schon bei der Informationsaufnahme trickst uns unser Gehirn aus und bevor wir noch zur Auswertung der Informationen kommen, haben wir schon die ersten Fehler gemacht. Das tragische daran ist, dass sich diese Fehler unbewusst einschleichen und wir Entscheidungen treffen, von denen wir glauben, dass wir sie auf Basis einer angemessenen Informiertheit und Analyse getroffen haben.
Die Konsequenzen sind für uns nicht unbedingt absehbar und wir suchen auch nicht danach, weil wir es nicht bewusst wahrnehmen.

11. November 2008 um 16:27 |
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