Regret – bedauern oder bedauert werden!

Bedauern (engl. regret) ist eine Emotion, die uns insbesondere bei Engagements an den Finanzmärkten daran hindert, fundierte Entscheidungen zu treffen und wirkt der Rationalität entgegen.

Wenn besipielsweise ein Trade vorbereitet wird und ein guter Einstiegspunkt gefunden wurde, wird man in irgendeiner Weise abgelenkt. Entweder halten lange Berechnungen auf, weil keine vernünftige Software zur Verfügung steht oder ein Anruf wird entgegen genommen, der 5 Minuten kostet oder irgendein anderer Zeitfresser verzögert die Aufgabe der Order.

Als der Trade endlich eingegeben werden soll, hat sich der Kurs aber schon bewegt und die Situation sieht vermeintlich anders aus. Der Ärger über die Verzögerung und das Verpassen des hervorragenden Einstiegspunktes löst ein Bedauern aus, das dazu führt, dass die Position nicht mehr eingegangen wird. Regret führt in diesem Fall zur Passivität.

In dieser Situation kann es dazu kommen, dass der Kurs sich aber durchaus in die gewünschte Richtung bewegt und letztendlich wäre es trotzdem noch ein guter Trade geworden und das Bedauern ist im Nachhinein noch bedeutend größer.

Der anfangs betrachtete Einstiegspunkt ist lediglich ein von uns gesetzter Bezugspunkt. Ein Ausbruch des Kurses nach oben kann eine Kaufentscheidung sogar unterstützen. Wenn erkannt wird, dass das Bedauern eine rationale Bewertung der Situation verhindert, kann durch eine Neubewertung festgestellt werden, ob sich die Grundlage für das Eingehen der geplanten Position verändert hat. Ist das nicht der Fall (eine kleine Kursbewegung muss ja nicht unbedingt die Einstiegskriterien verändern) kann der Trade trotzdem noch eingegangen werden.

Die Passivität als Konsequenz des Bedauerns wird dadurch überwunden.

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