Barings Bank 1995, heute aktuell wie nie!

Nick Leeson ist heute ein gefragter Redner auf Konferenzen und diversen Veranstaltungen. Das war nicht immer so, insbesondere 1995, als er die damalige Barings Bank in den Ruin trieb. Vergößerte Positionen sollten das Konto wieder in den Gewinn bringen, ließen aber nur weitere Verluste entstehen, die so groß waren, dass die Bank sich davon nicht mehr erholte. Leeson ist heute nach einigen Jahren Haft in Singapur schlauer. Dennoch war dies ein klassisches Beispiel für den Dispositionseffekt, über den ich gestern bereits geschrieben habe.

Die Verlustposition möchte nicht aufgegeben werden in der Hoffnung, dass der Kurs doch irgendwann dreht und man zumindest +/- Null wieder aus der Position austeigen kann. Ursächlich hierfür ist die sog. abnehmende Sensitivität. Je weiter sich eine Position im Verlust befindet und damit vom Bezugspunkt (Einstiegskurs) entfernt ist, desto geringer werden zusätzliche Verluste subjektiv bewertet. Was bedeutet das im Klartext? Die ersten hundert Euro tun noch richtig weh, aber ob sich der Verlust von 1.000 Euro auf 1.100 vergrößert ist dann auch schon egal. Mit dieser Einstellung vergrößert sich der Verlust immer weiter.

Gern begangene Fehler sind unter anderem Nachkäufe, um den durchschnittlichen Einstiegspreis zu verbilligen, um bei einer Gegenbewegung den Verlust schneller wieder aufholen zu können. Dadurch wird jedoch nur das Risiko weiter erhöht

Hier noch ein Link zu einem kürzlichen Interview von Nick Leeson auf www.nickleeson.com zum aktuellen Fall der Société Générale:

BBC Interview Nick Leeson

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